Schimmel vermeiden – So sorgen Sie für die richtige Abdichtung

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Nachdem wir Ihnen im ersten Artikel zum Thema „Schimmel vermeiden“ bereits wertvolle Tipps zum richtigen Heizen und Lüften gegeben haben, geht es im zweiten Teil um das richtige Abdichten im Innenbereich. Mit den hier aufgeführten Maßnahmen reduzieren Sie die Gefahr der Schimmelbildung bereits im Vorfeld erheblich. Unser Experte Karl-Friedrich Westerhoff erläutert dieses Mal anschaulich, welche präventiven Vorgehensweisen Sie bei ihrem Bauprojekt, egal ob Neubau oder Modernisierung, berücksichtigen sollten.

Während das richtige Lüften und Heizen in der Hand der Verbraucher liegt, können diese auf die richtige Abdichtung oder Dämmung nicht immer Einfluss nehmen. Hier liegt es am Bauherren oder am ausführenden Handwerker für die richtigen Maßnahmen zu sorgen. Wie im ersten Artikel bereits ausführlich beschrieben, dienen alle Präventionen der Vermeidung eines Feuchtigkeitseintrages in die Innenräume eines Gebäudes. Ähnlich wie bei den Themen Lüften und Heizen, verhält es sich auch bei Thema Abdichten: es gibt keine allgemeingültige Regel, die sich auf jeden Innenraum anwenden lässt. Die richtige Abdichtung ist in Innenräumen mit Wassereinwirkung jedoch Pflicht.

Wer nicht abdichtet, der haftet

Die richtige Abdichtung schützt das Bauwerk, also Mauerwände, Gipskarton, Wände, OSB-Konstruktionen, etc. vor dem Eindringen von Feuchte in das Material. Bei Wasserschäden, Abwasserhavarien, Schäden durch Feuerlöschanlagen oder beim Rückstau verstopfter Abwasserleitungen schützt die Abdichtung zudem auch vor dem Eindringen des unplanmäßigen Feuchteanfalls in die Bausubstanz. Daher muss überall dort normgerecht abgedichtet werden, wo bestimmungsgemäß mit einem hohen Feuchteeintrag durch die bestimmungsgemäße Nutzung zu rechnen ist. In privaten Haushalten sind dies in der Regel meist Bäder und Küchen. Aber auch in Schwimmbädern, gewerblichen Duschräumen, Sportstätten, Umkleideräumen, Saunen, Wellnessbereichen und vielen weiteren Bausituationen ist eine normgerechte Abdichtung in Deutschland seit dem Jahr 2017 Pflicht. Dabei sind alle Gewerke, die an einem Bau der entsprechenden Räumlichkeiten beteiligt sind, mitverantwortlich für die korrekte Abdichtung. Das schließt also nicht nur Installateure, sondern auch Fliesen- und Plattenleger mit ein. Bei einer nicht ordnungsgemäß durchgeführten Abdichtung haften die betroffenen Verarbeiter im Schadensfall.

Normgerecht Abdichten

Die seit 2017 geltende Abdichtungsnorm DIN 18534 ersetzt die alte Norm nach DIN 18195. Die DIN 18534 setzt sich mit der fachgerechten Abdichtung von Innenräumen mit Sanitärbereichen auseinander. Die Gewährleistung der Abdichtung orientiert sich an der Lebensdauer einer Badewanne und muss demnach 20-30 Jahre abdecken. Wannenabdichtbänder und Verbundabdichtungen sind nach der DIN 18534 Pflichtbestanteile einer normgerechten Abdichtung, für den Einbau von Badewannen und Duschen ist daher immer eine Abdichtung vorzunehmen. Im Speziellen unterscheidet die DIN 18534 zwischen vier verschiedenen Wassereinwirkungsklassen:

Wassereinwirkungsklassen Grafik

Die Abdichtung von Innenräumen richtet sich nach der zu erwartenden Wassereinwirkung für die jeweiligen Boden- und Wandflächen. Beispielsweise kann für Badezimmer in Privathaushalten, in denen es eine Duschabtrennung gibt, in der Regel mit den Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W1-I gerechnet werden. Bei Duschen ohne Duschabtrennung oder bei bodengleichen Duschen ist auch die Wassereinwirkungsklasse W2-I gegeben.

Dämmen nicht vergessen

Das Dämmen von Außenflächen wie Wände, Decken, Dächer oder Böden führt dazu, dass die Temperatur in den erwähnten Bauteilen nicht unter den minimalen Grenzwert von 12,6°C absinken kann und somit die Kondensation der Raumluftfeuchte in den Bauteilen das Auskeimen der Schimmelsporen begünstigt, da die Kälte in der Winterzeit das Mauerwerk nicht mehr so stark abkühlen kann. Dadurch steigt die Oberflächentemperatur der Wand in Innenräumen und die Feuchtigkeit, die alltäglich durch Menschen, Tieren  und Pflanzen anfällt, kann nicht mehr so schnell in den Ecken und an den Flächen der Wänden kondensieren.

Mit der richtigen Prävention lässt sich ein Feuchtigkeitseintrag in Innenräumen vermeiden. Die richtige Abdichtung in Nassräumen ist mittlerweile sogar verpflichtend und muss von den zuständigen Gewerken fachgerecht ausgeführt werden. Dabei sind die Wassereinwirkungsklassen für die Sanitärbereiche in Innenräumen zu beachten. Wannendichtbänder und Verbundabdichtungen sind verpflichtend anzuwenden. Zusammen mit der richtigen Dämmung, die durch angrenzende Gewerke verbaut wird, können Sie einer Schimmelbildung hervorragend vorbeugen.

Über den Autor

Karl-Friedrich Westerhoff Blanke Systems Leiter der Anwendungstechnik und Produktentwicklung für Flächenheizung und Sanitärtechnik   Karl-Friedrich Westerhoff ist Leiter der Anwendungstechnik und Produktentwicklung für die Bereiche  
  Flächenheizung und Sanitärtechnik
bei der Blanke Systems GmbH & Co. KG. Als Sachverständiger für mikrobielle
  Schäden an und in Gebäuden des Bundesverband Schimmelpilz Sanierung e.V. sowie als ö.b.u.v.r Sachverständiger für
  das Installateur-, Heizungsbauer- und Klempnerhandwerk der Handwerkskammer Südwestfalen für u.a.
  Schimmelpilzerkennung, -bewertung, -und Sanierung ist Karl-Friedrich Westerhoff Experte für alle Themen rund um
  das Thema Schimmel an und in Gebäuden.

 

 

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