Schimmel vermeiden – So heizen und lüften Sie richtig

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Wussten Sie schon, dass auch Ihr Haus krank werden kann? Durch zu hohe Feuchtigkeit oder zu viel Feuchtigkeitseintrag in den Innenräumen kann es zur Schimmelbildung kommen. Dadurch kann natürlich nicht nur die Gesundheit Ihres Hauses leiden, sondern auch für Menschen kann ein Befall ein Gesundheitsproblem mit sich bringen. In dieser zweiteiligen Artikelreihe beantworten unsere Experten zahlreiche Fragen rund um die Schimmelbildung und ihre Prävention. Im ersten Teil dreht sich bei Karl-Friedrich Westerhoff alles um das Thema „Richtig Lüften und Heizen“.

Sicherlich haben Sie schon einmal die folgenden Begriffe gehört: Schwarzschimmel, Stockflecken, Spakbildung. Wussten Sie jedoch, dass keine dieser Bezeichnungen wissenschaftlich korrekt ist und keine zuverlässige Aussage über die Art des Schimmels trifft? Das liegt daran, dass die Farbe eines Schimmelpilzes durch seinen Nährboden bestimmt wird. Der mikrobielle Befall kann also durch unterschiedliche Pilzsporen ausgelöst werden, die sich, je nach Nährboden, eben schwarz, rot, oder andersfarbig darstellen.

Verschiedene Schimmelpilzkulturen auf einem Nährboden
Verschiedene Pilzkulturen zeigen sich auf demselben Nährboden in verschiedenen Farbigkeiten, Texturen und Größen

Mit welcher Pilzart Sie es im Zweifelsfall zu tun haben, können Sie durch einen Test feststellen lassen. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass alle Schimmelpilzen eines gemeinsam haben: sie lieben Feuchtigkeit. Alle weiteren Bedingungen, die ein Schimmelpilz zum Wachstum benötigt, finden sich aus Sicht der Mikroorganismen an und in allen Gebäuden und Gebäudeteilen zuhauf. Das Nährstoffangebot, die richtige Temperatur, der richtige ph-Wert und ausreichend Sauerstoff  – alles bereits vorhanden. Jetzt bedarf es also nur noch genügend Feuchtigkeit und schon fühlen die Organismen sich wohl und machen es sich bequem.

Feuchtigkeit in Innenräumen vermeiden

Um Schimmel an und in Gebäuden zu vermeiden gilt es also die Raumluftfeuchte zu regulieren. Richtiges Lüften und Heizen sind da unerlässlich. Beim Heizen erwärmt sich die Raumluft. Die warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft es kann. Folglich ist es wichtig, die warme und feuchte Raumluft durch regelmäßiges, kurzes Stoßlüften gegen kühlere, trockenere Luft auszutauschen. Die feuchte Raumluft wird dann nach außen abgeführt und in Wintertagen strömt die kalte Außenluft nach, wird erwärmt und kann somit wieder Feuchtigkeit aufnehmen, die von Menschen, Tieren und Pflanzen produziert wird.

Richtig lüften – das sollten Sie beachten

Einige Innenräume sind dabei anfälliger für die Bildung von Schimmel als andere. In Büroräumen, Lagerräumen und Wohnzimmern mit wenigen Pflanzen ist die Wahrscheinlichkeit einer Schimmelbildung gering, da durch die Nutzungsgegebenheiten nicht mit der Entwicklung einer hohen Feuchtebelastung zu rechnen ist.
In Schlafzimmern, Badezimmern, Küchen und anderen Räumen mit hoher Feuchtebelastung sieht die Situation dagegen schon anders aus. Hier ist das regelmäßige Lüften sehr  viel wichtiger. Wie häufig Sie lüften müssen hängt vor allem davon ab, wie lange Sie in einzelnen Räumen anwesend sind. Wer für längere Zeitabschnitte nicht zu Hause ist, kann und muss natürlich weniger lüften als Personen, die sich hauptsächlich in den Wohnräumen aufhalten.

Um das Lüftungsverhalten zielführend zu gestalten, bietet es sich aber zum Beispiel an, in Räumen mit hoher Feuchtebelastung mit sogenannten Hygrometern zu arbeiten.  Diese kleinen Messgeräte, die in etwa die Größe eines Reiseweckers haben, überwachen permanent die Raumtemperatur und die Raumfeuchtigkeit. Beim Überschreiten der zulässigen Feuchtigkeitsgrenze können diese Geräte den Benutzer optisch und/oder akustisch warnen. Abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse und die individuelle Feuchteproduktion durch beispielsweise Pflanzen, Aquarien oder durch die Benutzung der Dusche, ist es durch die Warnfunktion der Messgeräte möglich, zielführend und rechtzeitig zu Lüften.
Wie lange man lüften sollte hängt im Übrigen maßgeblich davon ab, in welcher Jahreszeit wir uns befinden. Als Faustregel gilt: Je höher die Außentemperatur, desto länger muss gelüftet werden. Der Temperaturunterschied zwischen den Innenräumen und der Außenwelt ist also ausschlaggebend. Bei kalten Außentemperaturen im Winter genügt es daher schon wenn man nur fünf Minuten lang stoßlüftet. In den Sommermonaten, wenn die Außentemperaturen auch mal über der Raumtemperatur liegen können, muss, je nach Feuchtegehalt der Raumluft und Feuchtegehalt der Außenluft, länger gelüftet werden.

Richtig heizen – Nicht am falschen Ende sparen

Neben dem regelmäßigen Luftaustausch in Innenräumen, ist natürlich auch das richtige Heizen sehr wichtig, um Schimmelbildung zu vermeiden.  Durch die Feuchtigkeit die sich im Laufe eines Tages durch Kochen, Duschen, oder auch durch unser Atmen oder Schwitzen entwickelt, steigt die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen. In Räumen, die bei einer niedrigen Außentemperatur, nicht genügend geheizt werden  besteht die Gefahr, dass die mäßig warme Luft sich an kühlen Wänden, Fenstern und Böden abkühlt und dort kondensiert. Die so kondensierte Feuchtigkeit begünstigt wiederum die Schimmelbildung. Insbesondere organische Stoffe wie Tapeten oder Stoffe bieten Mikroorganismen dann reichlich Nahrung und ideale Wachstumsbedingungen. Auch wenn Verbraucher stets bemüht sind ihre Heizkosten zu senken, sollte hier also nicht am falschen Ende gespart werden. Idealerweise sollte die Raumtemperatur in Wohnräumen über 20 °C, in Schlafräumen mindestens 16 °C und in Badezimmer um die 21- 24 °C liegen. Die bereits erwähnten Hygrometer verfügen häufig auch über eine Temperaturanzeige und können somit auch bei der Kontrolle der Raumtemperatur hilfreich sein.

Ideale Lösung: Flächenheizung

Richtiges Heizen funktioniert besonders gut mit einer Flächenheizung. Flächenheizungen, ob mit Strom betrieben oder wassergeführt, bieten gleich mehrere Vorteile. Hohe Raumluftfeuchte in Wohnräumen kann mit einer Fußbodenheizung nicht auf den Fußbodenflächen kondensieren. Bei einer zusätzlichen Flächenheizung an der Wand, ist auch dort die Möglichkeit der Kondensation und damit der Schimmelbildung nicht gegeben. Eine Fußbodenheizung ist zudem üblicherweise auch unter Küchenzeilen, in Raumecken und unter Möbeln verlegt.

Eine dunklehaarige Frau sitzt auf einem weißen Fliesenboden und liest
Eine Fußbodenheizung in Kombination mit einem Fliesenboden eignet sich hervorragend zur Vermeidung eines Schimmelbefalls

Die erzeugte Wärme gelangt somit in Bereiche, die von einem Heizkörper und der Luftwalze die der Heizkörper erzeugt, nie erreicht werden können. Mit Fliesen als Bodenbelag bieten Sie Schimmelpilzen zusätzlich keine Chance Fuß zu fassen, denn bei regelmäßiger Reinigung wird den Mikroorganismen keinerlei Nährboden durch die anorganische Keramik geboten. Außerdem sind Fliesen ein optimaler Wärmeleiter und speichern die Wärme der Fußbodenheizung.  Ein zusätzlicher Vorteil bei wassergeführten Flächenheizsystemen ist zudem das hohe Einsparpotenzial bei den Heizkosten. Richtiges Heizen wird so nicht nur einfacher, sondern auch günstiger.

Perfekt abgesichert mit Smart Home-Lösungen

Wer seinen Heizkomfort weiter optimieren möchte, der ist mit modernen Smart Home-Lösungen gut beraten. Mit digitalen Raumklimalösungen sind die Überwachung und die Anzeige der tatsächlichen Raumluftfeuchte zu jeder Zeit gegeben. Verbraucher benötigen somit natürlich auch keine zusätzlichen Messgeräte. Auch die Überwachung und das Einstellen der idealen Temperatur sind hier per Smartphone oder Tablet von überall und jederzeit möglich. Warnungen zu Temperatur oder Raumluftfeuchte lassen sich selbstverständlich auch individuell per App anpassen, hier gibt es für jede Anforderung die passende Lösung.

Um Schimmelbildung zu vermeiden, ist es essentiell, dass die Feuchtigkeit in Innenräumen reguliert wird. Richtiges Lüften und Heizen sind daher unerlässlich. Um den optimalen Luftaustausch zu gewährleisten, können Verbraucher entweder mit Hydrometern oder mit modernen Smart Home-Lösungen bestimmen, wann gelüftet werden muss. Mit der optimalen Heizlösung, der Flächenheizung, ist es nicht nur möglich kostensparend und optimal zu heizen, alle Parameter können in Kombination mit einer Smart Home-Lösung perfekt über eine App abgestimmt und gesteuert werden. Somit kann einer Schimmelbildung optimal vorgebeugt werden.

 

 

Über den Autor

Karl-Friedrich Westerhoff Blanke Systems Leiter der Anwendungstechnik und Produktentwicklung für Flächenheizung und Sanitärtechnik Karl-Friedrich Westerhoff ist Leiter der Anwendungstechnik und Produktentwicklung für die Bereiche Flächenheizung und Sanitärtechnik bei der Blanke Systems GmbH & Co. KG. Als Sachverständiger für mikrobielle Schäden an und in Gebäuden des Bundesverband Schimmelpilz Sanierung e.V. sowie als ö.b.u.v.r Sachverständiger für das Installateur-, Heizungsbauer- und Klempnerhandwerk der Handwerkskammer Südwestfalen für u.a. Schimmelpilzerkennung, -bewertung, -und Sanierung ist Karl-Friedrich Westerhoff Experte für alle Themen rund um das Thema Schimmel an und in Gebäuden.

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